Verein

Am 19. Januar 1952 veranstaltete das Trommler- und Pfeifercorps Venrath in den Räumen der Gaststätte Gillrath die erste karnevalistische Sitzung nach dem Krieg. Das Interesse im Dorf war so riesig, dass am 17. Februar 1952 die Karnevalsgesellschaft „Venroder Wenk“ gegründet wurde.  Die Namen der 18 Gründungsmitglieder lauten: Heinz Bartel, Wilhelm Bartel, Rudi Baumanns, Peter Boveleth, Fritz Bruns, Alfons Dörenkamp, Hans Dürselen, Johann Geneschen, Karl-Heinz Gillrath, Wilhelm Gillrath, Josef Kirsten, August Lennartz, Hubert Linden, Christian Mehl, Josef Odenius, Engelbert Rütten, Wilhelm Rütten und Peter Sliepen.

Trotz des mageren Erlöses von 40,-- DM, die der erste Preiskostümball in den Karnevalstagen der Session 1951/52 abwarf, konnte rechtzeitig zur ersten Karnevalssitzung am 29. November 1952 ein Elferrat, eine Funkengarde, ein Funkenmariechen (Leni Fils) und ein sogenannter Zeremonienmeister (Hoppeditz) aufgeboten werden. Die erste Sitzung im alten Gemeindesaal (Saal Caspers), für die bereits im Voraus 350 Karten verkauft wurden, war ein großer Erfolg. Nachdem auch der erste Rosenmontagszug im Jahr 1953 sehr erfolgreich verlief, war für alle Beteiligten klar, daß der Karneval in Venrath und Kaulhausen wieder Fuß gefaßt hatte. Unvergessen sind der erste Sitzungspräsident Wilhelm Bartel („Bartel Will“) und der erste und langjährige Hoppeditz Hubert Linden („Linde Hubert“), beides Venrather Originale, die in ihrer unnachahmlichen Art sehr viel für die KG und für unsere Dörfer geleistet haben.

Da in der Session 1953/54 der alte Saal mit Ostzonenflüchtlingen belegt war, mussten die Sitzungen noch einmal in der Gaststätte Gillrath abgehalten werden, bevor man schließlich im folgenden Jahr in den Saalneubau der Gaststätte Lanfermann einziehen konnte (in diesem Gebäude finden bis heute fast alle Veranstaltungen der KG „Venroder Wenk“ statt). Bei dieser Gelegenheit wurde auch die neue rot-weiße Fahne präsentiert. Sie sollte als Symbol in den folgenden 40 Jahren dem Verein voran getragen werden und den Venrather Karneval repräsentieren. Erst zum 44-jährigen Jubiläum in der Session 1995/96 wurde eine neue Standarte angeschafft.

Im Jahre 1961 präsentierte die KG „Venroder Wenk“ der Öffentlichkeit zum ersten Mal ein Prinzenpaar. Peter I. und Emilie I. (Peter Mertens und Tochter aus Kaulhausen) wagten diesen Schritt. Seit der Session 1979/80 gibt es zusätzlich in jedem Jahr ein Kinderprinzenpaar. Hier gingen Ralf I. (Jansen) und Dorothee I. (Wolf)  in die Vereinsgeschichte ein.

In der Session 1956/57 wurde die Gesellschaft, der damals 53 Mitglieder angehörten, Mitgliedsverein im Bund Deutscher Karneval (BDK).
Ebenso gehört sie dem „Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise“ (VKAG) an.

Des Weiteren ist sie Mitglied in der „Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande“ (VKEL), deren Mitbegründer sie im Jahre 1964 war.
Erst etwa 20 Jahre nach der Gründung, am 19. März 1973 gelang es, den Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Erkelenz eintragen zu lassen. Seit diesem Tag führt der Verein die Buchstaben "e. V." in seinem Namen. Der Gesellschaft gehören derzeit über 250 Mitglieder an. Das jüngste Mitglied ist 4, das älteste über 80 Jahre alt. Ehrensenatoren sind Hilde Merkens und Emilie Püstgens.

Ehrenpräsident ist seit 2008 Lothar Fischer.

Aktive zählt die Karnevalsgesellschaft derzeit über 100, die die Vereinsfarben rot und weiß nach außen vertreten. Diese teilen sich auf die folgenden Gruppen auf:

• Elferrat
• Marketenderinnen
• Wenk-Ballett
• Wenk-Sterne
• Wenk-Sternchen 
• Wenk-Flöhe 
• Funkenmariechen
• Hoppeditz


Die Tanzgruppen umfassen mittlerweile über 50 Mädchen bzw. junge Frauen.
Bereits in diesen Gründerjahren waren die Verantwortlichen in der KG „Venroder Wenk“ immer bemüht, bei Sitzungen ein hochwertiges Programm auf die Beine zu stellen, zu dem viele Einheimische, aber auch überregional bekannte Künstler beitrugen. Dies verschaffte den Karnevalssitzungen einen guten Ruf über die Grenzen von Venrath und Kaulhausen hinaus, brachte den Verein aber auch des Öfteren in eine schwierige finanzielle Lage. Dank der Einsatzbereitschaft vieler Mitglieder gelang es aber immer wieder, die nächste Sitzung auf die Beine zu stellen.

Auch heutzutage versucht die Gesellschaft v.a. durch ein attraktives Sitzungsprogramm mit bekannten und (noch) unbekannten, aber begabten Künstlern, dem Publikum beste karnevalistische Unterhaltung zu bieten. So konnte man in Venrath den „Werbefachmann“ Bernd Stelter bereits „bewundern“, bevor er in Funk und Fernsehen berühmt wurde. Auch die Erkelenzer Mundartgruppe „Hätzblatt“ – heute weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt- konnte der „Venroder Wenk“ bereits in ihren „Gründerjahren“ präsentieren. Eine Tatsache, die die Verantwortlichen sehr freut. Dass dies auch beim Publikum ankommt, kann man jedes Jahr wieder feststellen, kommen doch auch zahlreiche Gäste aus vielen umliegenden Ortschaften und besuchen den Venrather Karneval.

Auch deshalb, weil seit mehreren Jahren die „Auswärtsaktivitäten“ der KG „Venroder Wenk“  enorm ausgeweitet wurden. Mittlerweile ist die rot-weiße Truppe nahezu jedes Wochenende (meistens sogar mehrfach) unterwegs. Durch diese Werbung in den umliegenden und auch entfernteren Ortschaften konnte der Bekanntheitsgrad unserer Gesellschaft und der Tanzgruppen erheblich gesteigert werden. Außerdem wurden und werden ständig neue Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen.